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Britannia: Der komplette Ratgeber zur britischen Anlagemünze in Gold und Silber

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Als die Royal Mint 1987 die erste Britannia prägte, war Europa auf dem Weltmarkt für Anlagemünzen praktisch nicht vertreten. Der Krügerrand dominierte seit 1967, Kanada hatte 1979 den Maple Leaf nachgelegt. Heute ist die Britannia in Gold, Silber und Platin erhältlich, trägt seit 2021 vier integrierte Sicherheitsmerkmale und reicht vom 1/10-Unzen-Stück bis zur Kilomünze. Dieser Ratgeber ordnet Historie, Feingehalt, Jahrgänge, Aufgeld und Rückkaufpraxis ein — und zeigt, wo die Britannia Silbermünze im Vergleich zu Krügerrand und Maple Leaf tatsächlich steht.

Die Britannia auf einen Blick

Die Britannia ist die offizielle Anlagemünzenserie des Vereinigten Königreichs. Herausgeberin ist The Royal Mint, die staatliche Prägeanstalt mit über tausendjähriger Geschichte. Alle Britannia-Ausgaben sind gesetzliches Zahlungsmittel in Großbritannien — der aufgeprägte Nennwert liegt allerdings weit unter dem Materialwert und hat für die Praxis keine Bedeutung.

Eckdaten der aktuellen Britannia-Jahrgänge
MerkmalGold BritanniaSilber Britannia
Erstausgabe19871997
Feingehalt heute999,9/1000999/1000
Feingehalt bis 2012916,67/1000 (22 Karat)958/1000 (Britannia-Silber)
Stückelungen1/10, 1/4, 1/2, 1 Unze1/10, 1/4, 1 Unze, 1 Kilogramm
Nennwert 1 Unze100 Pfund2 Pfund
Durchmesser 1 Unze32,69 mm38,61 mm
MotivseiteStehende Britannia nach Philip Nathan (Entwurf von 1987)
WertseiteSeit 2023 König Charles III. nach Martin Jennings

Wichtig für die Praxis: Gold und Silber unterliegen in Deutschland vollkommen unterschiedlichen Steuerregeln, und genau daraus entstehen die großen Aufgeld-Unterschiede, die weiter unten erklärt werden.

1987 bis heute: Wie die Britannia Großbritanniens Anlagemünzen-Lücke schloss

Die Ausgangslage war ungewöhnlich. Großbritannien besaß mit dem Sovereign eine der ältesten und bekanntesten Goldmünzen der Welt — aber keine moderne Anlagemünze im Unzenformat, wie sie der internationale Handel seit den 1970er Jahren verlangte. 1987 schloss die Royal Mint diese Lücke und gab die Britannia gleich in vier Größen heraus: 1/10, 1/4, 1/2 und 1 Unze.

Nach dem Start blieb die Nachfrage schwankend: In manchen Jahren erschien die Britannia überwiegend in Polierter Platte oder als Set, in anderen als klassische Anlagemünze in größeren Stückzahlen. Gemessen an den weltweiten Absatzzahlen blieb die Gold-Britannia dabei stets deutlich hinter Krügerrand, Maple Leaf und American Eagle — sie ist international bekannt, aber nie zur Massenmünze geworden.

Die Legierungsgeschichte: rötliches Gold, gelbes Gold, Feingold

Wer ältere Jahrgänge in die Hand nimmt, erkennt die Entwicklung sofort an der Farbe:

  • 1987 bis 1989: 916,67/1000 Gold, als Zuschlag ausschließlich Kupfer. Diese Jahrgänge wirken deutlich rötlich und sind besonders kratzfest.
  • 1990 bis 2012: weiterhin 916,67/1000, als Zuschlagmetall jedoch Silber statt Kupfer. Das Ergebnis ist der klassische, hellere Gelbgoldton.
  • Ab 2013: 999,9/1000 Feingold. Deutlich heller, aber auch weicher und damit empfindlicher gegenüber Druckstellen.

Beim Feingewicht ändert sich dadurch nichts: Eine Ein-Unzen-Britannia enthält in jedem Jahrgang eine volle Feinunze Gold, also 31,1 Gramm. Die älteren 22-karätigen Stücke sind lediglich schwerer und größer, weil das Legierungsmetall hinzukommt. Für den Verkauf spielt das keine Rolle — abgerechnet wird über den Feingoldgehalt.

Silber ab 1997, Platin ab 2018

Zehn Jahre nach dem Goldstart folgte 1997 die Silber-Britannia — die erste staatliche Silberanlagemünze des Vereinigten Königreichs. Sie wurde zunächst in traditionellem Britannia-Silber mit 958/1000 geprägt: ein historischer britischer Silberstandard, der über Jahrhunderte für Tafelsilber und Münzen galt. Mit dem Prägejahr 2013 vollzog die Royal Mint den Sprung auf den international üblichen Standard: 999/1000 bei Silber, 999,9/1000 bei Gold. Seit 2018 gibt es die Britannia zusätzlich in Platin.

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Das Motiv: Philip Nathans stehende Britannia

Die Figur der Britannia ist keine Erfindung des 20. Jahrhunderts. Sie erschien erstmals auf römischen Münzen der Kaiserzeit als Personifikation der Provinz und kehrte im 17. Jahrhundert unter Charles II. auf britische Münzen zurück. Seither begleitet sie die britische Münzprägung nahezu ununterbrochen.

Das Motiv der Anlagemünze stammt von Philip Nathan und wurde 1987 eingeführt: Britannia steht aufrecht, trägt einen korinthischen Helm und wehende Gewänder, hält Dreizack und Schild und blickt nach vorn. In den Jahren vor 2013 wechselte die Royal Mint die Motive der Serie mehrfach — neben dem Nathan-Entwurf erschienen weitere Britannia-Darstellungen, teils von Nathan selbst, teils von anderen Künstlern. Seit 2013 ist die stehende Britannia wieder das durchgängige Standardmotiv der Anlagemünzen; die kreativen Varianten sind seither den Sammlerausgaben vorbehalten.

Der Porträtwechsel auf König Charles III.

Nach dem Tod von Königin Elizabeth II. im September 2022 stand die Serie vor einem Bruch, der Sammler bis heute beschäftigt. Die Royal Mint gab im Herbst 2022 die letzten Britannias mit dem Porträt der Queen aus — bereits mit der Jahreszahl 2023. Ab Januar 2023 folgte die Prägung mit dem neuen Königsporträt, ebenfalls mit der Jahreszahl 2023. Für diesen einen Jahrgang existieren also zwei unterschiedliche Wertseiten.

Das Bildnis stammt vom britischen Bildhauer Martin Jennings. Der Tradition folgend blickt der König nach links, also in die entgegengesetzte Richtung zu seiner Mutter, und wird auf eigenen Wunsch ohne Krone dargestellt. Die Umschrift lautet „CHARLES III D G REX F D“. Seit dem Jahrgang 2024 tragen alle Britannias ausschließlich das Charles-Porträt.

Praxishinweis: Wenn Sie gezielt eine Britannia 2023 kaufen, achten Sie auf die Angabe der Wertseite. Beide Varianten sind gleichwertiges Anlagematerial mit identischem Metallgehalt — im Sammlermarkt werden sie aber getrennt betrachtet.

Vier Sicherheitsmerkmale seit dem Jahrgang 2021

1 Unze Silber Britannia 2026 im Streiflicht neben einer Juwelierlupe
Lupe und Kipplicht genügen für die erste Sichtprüfung: Die Sicherheitsmerkmale der Britannia sind direkt in die Prägung eingearbeitet.

Mit dem Prägejahr 2021 hat die Royal Mint ihr Sicherheitspaket in die laufende Anlagemünzenserie integriert. Das Besondere daran: Es handelt sich nicht um eine Verpackung, ein Zertifikat oder einen Aufkleber, sondern um Merkmale, die untrennbar in die Prägung selbst eingearbeitet sind. Vier Elemente greifen ineinander:

  1. Latentbild: Links unten neben der Figur sitzt ein kleines Feld, das je nach Betrachtungswinkel abwechselnd einen Dreizack oder ein Vorhängeschloss zeigt. Es entsteht durch unterschiedlich geneigte Mikroflächen und lässt sich mit Gussverfahren praktisch nicht nachbilden.
  2. Mikrotext: Ein hauchdünner Ring um das Motiv trägt die lateinische Devise „DECUS ET TUTAMEN“ — sinngemäß „Zierde und Schutz“. Der Schriftzug ist mit bloßem Auge kaum lesbar und erfordert eine Lupe.
  3. Wellenstruktur im Hintergrund: Hinter der Figur liegt ein Feld aus feinsten Linien, das beim Kippen der Münze eine Bewegung wie Meereswellen erzeugt. Diese Oberflächenanimation setzt hochpräzise Prägewerkzeuge voraus.
  4. Tinkturlinien auf dem Schild: Die heraldischen Schraffuren des Union-Jack-Schilds erzeugen im Licht unterschiedliche Silbertöne und dienen zugleich als optisches Kontrollmerkmal.

In der Praxis bedeutet das: Eine Britannia ab Jahrgang 2021 lässt sich in Sekunden mit einer Lupe und etwas Kipplicht plausibilisieren. Das ersetzt keine physikalische Prüfung — Gewicht, Durchmesser, Dicke und Leitfähigkeit bleiben die harten Kriterien —, senkt aber die Hürde für eine erste Sichtkontrolle erheblich. Wer regelmäßig Silbermünzen aus zweiter Hand erwirbt, profitiert von diesen Merkmalen am meisten.

Nicht verwechseln: Sicherheitsmerkmale sind ein Herstellungsstandard, kein Werterhöhungsmerkmal. Eine Britannia von 2018 ohne diese Elemente enthält exakt dasselbe Metall und wird beim Rückkauf identisch bewertet. Der Unterschied liegt allein in der Prüfbarkeit.

Stückelungen von 1/10 Unze bis 1 Kilogramm

1 Kilogramm Silber Britannia 2025 als Schaustück auf dunklem Steinsockel
Das obere Ende der Serie: die Kilomünze in Silber mit 100 Millimetern Durchmesser und 500 Pfund Nennwert.

Die Britannia gehört zu den am breitesten gestückelten Anlagemünzen überhaupt. In Gold sind die klassischen vier Größen von 1/10 bis 1 Unze durchgängig verfügbar. In Silber hat die Royal Mint das Programm nach oben und unten erweitert: Neben der Standard-Unze gibt es Kleinstückelungen ab 1/10 Unze sowie eine Kilomünze mit 500 Pfund Nennwert.

Welche Größe wofür sinnvoll ist

  • 1 Unze Silber: Der Standard des Handels. Höchste Liquidität, engste Spanne zwischen An- und Verkauf, überall bekannt. Wer einen Silberbestand aufbaut, kommt an dieser Größe kaum vorbei.
  • 1 Unze Gold: Die effizienteste Goldgröße mit dem niedrigsten Aufgeld der Serie. Der Nachteil ist die fehlende Teilbarkeit — ein Verkauf betrifft immer den vollen Gegenwert.
  • 1/2 und 1/4 Unze Gold: Der Kompromiss aus Teilbarkeit und Kosten. Das Aufgeld steigt spürbar, bleibt aber vertretbar.
  • 1/10 Unze Gold: Kleinste Einheit, höchstes prozentuales Aufgeld. Sinnvoll, wenn Stückelung wichtiger ist als der Preis pro Gramm.
  • Kleinsilber (1/10 und 1/4 Unze): Optisch reizvoll und beliebt als Geschenk, in Relation zum Metallwert aber die teuerste Variante der gesamten Serie.
  • 1 Kilogramm Silber: Ein Schaustück mit erheblichem Gewicht. Der Handel ist enger als bei Unzenmünzen, und günstiger pro Unze ist die Kilomünze keineswegs automatisch.
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Aufgeld: Was die Britannia über dem Metallwert kostet

1 Unze Gold Britannia 2026 auf dunklem Schiefer im warmen Streiflicht 1 Unze Gold Krügerrand 2026 auf dunklem Schiefer im warmen Streiflicht 1 Unze Gold Maple Leaf 2026 auf dunklem Schiefer im warmen Streiflicht
Gold Britannia, Krügerrand und Maple Leaf (je 1 Unze, Jahrgang 2026): beim Feingoldgehalt gleich, beim Aufgeld nicht.

Das Aufgeld — auch Agio oder Prämie genannt — ist die Differenz zwischen dem reinen Materialwert und dem Verkaufspreis. Es deckt Prägung, Vertrieb, Logistik, Versicherung und Händlermarge ab. Bei Gold liegt es niedrig, bei Silber deutlich höher, und bei Kleinstückelungen steigt es überproportional.

Ein Blick auf konkrete Zahlen macht die Größenordnungen greifbar. Die folgenden Werte sind eine Momentaufnahme von Anfang September 2026 bei einem Goldpreis von rund 3.759 Euro und einem Silberpreis von rund 56,80 Euro je Unze:

Aufgeld-Größenordnungen bei der Britannia (Momentaufnahme, Preise schwanken täglich)
StückelungPreisAufgeld über Metallwert
1 Unze Goldrund 4.015 Eurorund 7 Prozent
1/2 Unze Goldrund 2.099 Eurorund 12 Prozent
1/4 Unze Goldrund 1.072 Eurorund 14 Prozent
1/10 Unze Goldrund 488 Eurorund 30 Prozent
1 Unze Silberrund 85 Euro bruttorund 26 Prozent netto, zzgl. 19 Prozent Umsatzsteuer
1/10 Unze Silberrund 17 Euro bruttoweit über 100 Prozent netto

Warum Silber immer teurer aussieht als es ist

Bei Silbermünzen wird in Deutschland Umsatzsteuer fällig, bei Anlagegold nicht. Die 19 Prozent stecken im ausgewiesenen Bruttopreis und lassen das Aufgeld auf den ersten Blick dramatisch wirken. Wer sauber vergleichen will, rechnet den Nettopreis heraus und stellt erst diesen dem Silberpreis gegenüber. Hinzu kommt: Prägekosten sind weitgehend fix. Bei einer Silbermünze mit rund 57 Euro Materialwert schlagen wenige Euro Produktionsaufwand prozentual viel stärker durch als bei einer Goldmünze mit dem Sechzigfachen an Materialwert.

Ein oft übersehener Punkt betrifft die Kilomünze: Sie wird gern als besonders günstige Silberform wahrgenommen. Rechnet man das Aufgeld je Unze aus, liegt sie in vielen Marktphasen jedoch über der klassischen Unzenmünze — Kilomünzen sind aufwendiger in Prägung, Handling und Versand. Wer möglichst viel Silber je Euro möchte, fährt mit Silberbarren oder der Standard-Unze in der Regel besser als mit Schaustücken.

Britannia, Krügerrand und Maple Leaf im Vergleich

Die drei meistgehandelten Anlagemünzen im Profil
BritanniaKrügerrandMaple Leaf
HerkunftGroßbritannien, seit 1987Südafrika, seit 1967Kanada, seit 1979
Feingehalt Gold999,9916,67 (22 Karat)999,9
Kratzempfindlichkeithoch (Feingold)gering (harte Legierung)hoch (Feingold)
Sicherheitsmerkmalevier, seit 2021keine integriertenMikrogravur, Radiallinien
Bekanntheit im Handelhochsehr hochsehr hoch
Aufgeld Gold, 1 Unzeniedrigmeist am niedrigstenniedrig

Vereinfacht gesagt: Der Krügerrand ist die robusteste und meist günstigste Wahl, der Maple Leaf der Klassiker unter den Feingoldmünzen, und die Britannia bietet Feingold plus das umfangreichste integrierte Sicherheitspaket. Eine ausführlichere Gegenüberstellung finden Sie in den Ratgebern Welche Goldmünze kaufen? und Welche Silbermünze kaufen?.

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Steuern und Rückkaufpraxis

Anlagegold ist in Deutschland und der gesamten EU von der Umsatzsteuer befreit. Die Gold-Britannia erfüllt alle Kriterien für Anlagegold und wird daher mehrwertsteuerfrei gehandelt.

Bei Silber sieht es anders aus. Seit dem 1. Januar 2025 gilt für neu in die EU importierte Silbermünzen die Regelbesteuerung mit 19 Prozent auf den vollen Verkaufspreis; die frühere Differenzbesteuerung für prägefrische Importware ist entfallen. Zwei Ausnahmen bestehen weiter: Bestände, die Händler vor dem Stichtag differenzbesteuert eingeführt haben, dürfen so lange differenzbesteuert verkauft werden, wie sie im Lager liegen — und Münzen aus Privatankäufen bleiben unbefristet differenzbesteuerungsfähig. Die Entwicklung dieser Rechtslage haben wir im Ratgeber Silber und Differenzbesteuerung nachgezeichnet.

Unabhängig vom Metall gilt für Privatpersonen die Regelung zu privaten Veräußerungsgeschäften nach § 23 EStG: Nach mehr als einem Jahr Haltedauer ist ein Veräußerungsgewinn einkommensteuerfrei. Innerhalb der Jahresfrist greift eine Freigrenze von 1.000 Euro pro Jahr, die bei Überschreiten den gesamten Gewinn steuerpflichtig macht. Diese Darstellung ersetzt keine Steuerberatung — bei größeren Beständen lohnt der Blick auf den Einzelfall.

Worauf es beim Rückkauf ankommt

  • Vollständigkeit der Verpackung: Originaltubes und Masterboxen erleichtern die Abwicklung, sind aber kein Preisfaktor beim Anlagematerial.
  • Erhaltungszustand: Feingoldmünzen sind weich. Kratzer, Fingerabdrücke und Druckstellen mindern zwar nicht den Metallwert, können bei der Einstufung aber eine Rolle spielen.
  • Anlauf bei Silber: Silber oxidiert. Milchige Schleier oder bunte Verfärbungen sind normal und kein Mangel — reinigen sollten Sie eine Anlagemünze trotzdem nie, das verursacht dauerhafte Mikrokratzer.
  • Jahrgang: Bei Anlagemünzen ist der Jahrgang für den Rückkaufpreis in aller Regel unerheblich. Ausnahmen sind Jahrgänge mit sehr geringer Auflage, die numismatisch bewertet werden.
  • Stückzahl: Geschlossene Einheiten wie ganze Tubes lassen sich schneller und mit engerer Spanne abwickeln als lose Einzelstücke.

Lagerung und Handhabung

Die Umstellung auf 999,9er Feingold im Jahr 2013 hat die Britannia optisch aufgewertet und mechanisch empfindlicher gemacht. Feingold ist weicher als die 22-karätige Vorgängerlegierung, ein Fingernagel kann bereits eine sichtbare Spur hinterlassen. Drei Regeln reichen im Alltag:

  1. Münzen nur am Rand anfassen, besser mit Baumwollhandschuhen. Hautfett hinterlässt auf Feingold und Feinsilber dauerhafte Abdrücke.
  2. Im Originaltube oder in einer passgenauen Kapsel lagern. Lose in einer Schublade reiben Münzen aneinander.
  3. Trocken und temperaturstabil lagern. Feuchtigkeit beschleunigt bei Silber das Anlaufen erheblich.

Für die Aufbewahrung größerer Bestände gelten dieselben Überlegungen wie bei jedem physischen Edelmetall: Tresor zu Hause, Bankschließfach oder externe Verwahrung — jede Variante hat eigene Vor- und Nachteile bei Zugriff, Kosten und Versicherung. Oft unterschätzt wird dabei die Frage der Kontrolle: Im Bankschließfach liegt das Metall zwar sicher, der Zugang hängt aber an Öffnungszeiten und Vertragsbedingungen der Bank. Einen kompakten Überblick über alle Varianten gibt der kostenlose Ratgeber Edelmetalle lagern. Wer den Bestand ohnehin in Einheiten denkt, sollte die Verpackungsgrößen der Britannia in Silber von Anfang an mitplanen: Tubes und Masterboxen bleiben so unangetastet.

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Für wen die Britannia passt

Die Britannia ist keine Nischenmünze, aber auch kein Selbstläufer wie der Krügerrand. Sie eignet sich vor allem in drei Konstellationen:

  • Für den Aufbau eines Silberbestands: Die Ein-Unzen-Silber-Britannia gehört zu den weltweit meistgehandelten Silbermünzen. Sie ist überall bekannt, jederzeit abgabefähig und dank der Sicherheitsmerkmale gut prüfbar.
  • Für Feingold mit Prüfkomfort: Wer 999,9er Gold möchte und Wert auf integrierte Echtheitsmerkmale legt, findet in der Gold-Britannia eine der konsequentesten Umsetzungen am Markt.
  • Für Anleger, die streuen: Neben Krügerrand, Maple Leaf und Wiener Philharmoniker ergänzt die Britannia den Bestand um eine weitere Prägestätte und einen weiteren Währungsraum.

Weniger überzeugend ist die Serie dort, wo es allein um die maximale Metallmenge je Euro geht. In diesem Fall sind Barren die effizientere Lösung — Münzen zahlt man immer auch für Prägung, Teilbarkeit und Wiedererkennbarkeit.

Eine Anlagemünze ist ein Kompromiss aus Materialkosten, Teilbarkeit und Handelbarkeit. Die Britannia löst diesen Kompromiss solide — sie gewinnt keine Preisvergleiche, aber sie fällt auch nirgends durch.

Ein Hinweis zur Einordnung: Kettner Edelmetalle führt die Britannia über alle Stückelungen und zahlreiche Jahrgänge in Gold und Silber. Aktuelle Preise finden Sie in den Kategorien, die tagesaktuellen Metallnotierungen auf den Seiten zu Goldpreis und Silberpreis.

Häufige Fragen zur Britannia

Welchen Feingehalt hat die Britannia Silbermünze?

Seit dem Prägejahr 2013 besteht die Silber-Britannia aus 999/1000 Feinsilber. Zuvor wurde sie im traditionellen Britannia-Silber mit 958/1000 geprägt. Die Gold-Britannia hat seit 2013 einen Feingehalt von 999,9/1000, vorher 916,67/1000.

Welche Sicherheitsmerkmale hat die Britannia?

Seit dem Jahrgang 2021 sind vier Merkmale in die Prägung integriert: ein Latentbild, das zwischen Dreizack und Vorhängeschloss wechselt, ein Mikrotext-Ring mit der Devise „DECUS ET TUTAMEN“, eine bewegte Wellenstruktur im Hintergrund und heraldische Tinkturlinien auf dem Schild. Alle vier sind Teil des Prägebilds und nicht der Verpackung.

Warum gibt es die Britannia 2023 mit zwei verschiedenen Wertseiten?

Die Royal Mint gab im Herbst 2022 die letzten Britannias mit dem Porträt von Königin Elizabeth II. aus — bereits datiert auf 2023. Ab Januar 2023 folgte die Prägung mit dem Porträt von König Charles III., ebenfalls mit der Jahreszahl 2023. Beide Varianten sind offizielle Ausgaben desselben Jahrgangs.

Ist die Britannia mehrwertsteuerfrei?

Die Gold-Britannia ist als Anlagegold von der Umsatzsteuer befreit. Für die Silber-Britannia fallen in Deutschland grundsätzlich 19 Prozent Umsatzsteuer an; seit Anfang 2025 gilt für neu importierte prägefrische Silbermünzen die Regelbesteuerung auf den vollen Verkaufspreis.

Wie hoch ist das Aufgeld bei der Britannia?

Bei der Ein-Unzen-Goldmünze liegt es je nach Marktlage im niedrigen einstelligen Prozentbereich, bei Teilstückelungen deutlich höher — die Zehntelunze kann rund 30 Prozent erreichen. Bei Silber liegt das Netto-Aufgeld der Unzenmünze im mittleren zweistelligen Bereich, hinzu kommen 19 Prozent Umsatzsteuer. Kleinsilber ist prozentual am teuersten.

Lohnt sich die Kilomünze gegenüber Unzenmünzen?

Nicht zwangsläufig. Kilomünzen sind aufwendiger in Prägung und Handling, ihr Aufgeld je Unze liegt oft über dem der Standard-Unze. Zudem ist der Handel enger, weil weniger Käufer für einzelne Stücke dieser Größe infrage kommen. Wer auf Metallmenge je Euro optimiert, vergleicht die Kilomünze immer auch mit Silberbarren.

Sind ältere Britannia-Jahrgänge weniger wert?

Beim Anlagematerial nicht. Entscheidend ist der Feingehalt an Gold oder Silber, und der ist bei jeder Ein-Unzen-Britannia identisch. Die älteren 22-karätigen Goldjahrgänge bis 2012 sind lediglich schwerer und größer, enthalten aber ebenfalls eine volle Feinunze Gold. Nur bei sehr auflagenschwachen Jahrgängen kommt eine numismatische Bewertung ins Spiel.

Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Preise, Aufgelder und steuerliche Regelungen ändern sich; die genannten Werte sind Momentaufnahmen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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