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Deutschland im Winter: Stromnetz, Gas und Sicherheitsrisiken

09.10.2026PodcastKettner EdelmetalleTexto complementario generado por IA

Ein Haufen brennender Altreifen unter einer Kabelbrücke, ein Sicherheitsforscher mit ungehindertem Zugriff auf Hunderttausende Solaranlagen und Gasspeicher, die Anfang Oktober nicht einmal zu zwei Dritteln gefüllt sind. Jede dieser Meldungen wäre für sich genommen beunruhigend. Zusammen ergeben sie ein Bild, das sich niemand ausmalen möchte: Deutschland geht mit dünnen Polstern in den Winter, und zwar beim Strom, beim Gas und beim Diesel.

Einer, der solche Entwicklungen seit Jahren verfolgt, ist Stefan Spiegelsberger. Sein Kanal heißt inzwischen „Energie und Outdoor Chiemgau“. Die Umbenennung zeigt bereits, wie sehr sich das Thema Energie in den Alltag der Menschen gedrängt hat. Spiegelsberger hat nach eigenen Angaben selbst an Hochspannungsanlagen gearbeitet, engagiert sich ehrenamtlich beim THW und ist Reservist. Seine Diagnose fällt deutlich aus.

„Wir haben multiple Krisen, und die hängen alle zusammen.“ – Stefan Spiegelsberger

Diesen Zusammenhängen gehen wir hier Schicht für Schicht nach. Wir beginnen beim Stromnetz und gehen über Gas und Diesel bis zur großen Politik. Am Ende steht die Frage, die jeden Haushalt betrifft: Wie schützt man sich, wenn die Reserven des Staates so dünn geworden sind?

Die offene Flanke: Kabelbrücken und Mittelspannung

Montag, 4 Uhr früh, Berlin-Marzahn. Unter einer Kabelbrücke brennen Altreifen, mehrere Kabel werden beschädigt, und 19 Betriebe laufen danach auf Notstrom. Wieder hat es eine Kabelbrücke getroffen, wie schon im Januar. Wer sich fragt, warum ausgerechnet diese Stellen immer wieder zum Ziel werden, bekommt von Spiegelsberger eine nüchterne Antwort.

Deutschland verfügt nach seinen Worten über mehr als 500.000 Kilometer Mittelspannungsleitungen. Unterirdisch verlegt sind sie vergleichsweise gut geschützt. Über Gräben und Gewässer müssen die Kabel jedoch irgendwie hinüber, und das geschieht meist in Rohren unter Brücken. Brennt dort ein Feuer, schmilzt erst die Kunststoffummantelung, dann die Gummiisolierung. Danach folgen Kurzschluss und Stromausfall.

Ein nasses Streichholz gegen den Blackout

Laut Spiegelsberger richtete sich der Berliner Anschlag gezielt gegen Firmen mit sogenannter Dual-Use-Technik, also Technik, die auch militärisch genutzt werden kann. Er verweist auf ein Bekennerschreiben aus dem linksextremen Spektrum. Noch brisanter ist ein anderer Fall, den er schildert. Ein Täter soll Seile über Hochspannungsleitungen geschossen und dafür einen Zeitzünder aus Streichhölzern gebaut haben. Über Nacht taute es, die Zündköpfe wurden feucht und brannten nicht.

Ein feuchtes Zündholz war nach Spiegelsbergers Darstellung das Einzige, was zwischen Deutschland und einem großflächigen Blackout stand.

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Jahrelang wurden Menschen belächelt, die vor einem Blackout gewarnt haben. Inzwischen hat sogar das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) das Thema Blackout-Vorsorge auf die Agenda gesetzt. Die Warner von gestern sind die Realisten von heute.

18 Gigawatt und ein Klick: Das digitale Einfallstor

In derselben Woche folgte die digitale Variante der Bedrohung. Laut einem Bericht der Zeit gelangte ein Sicherheitsforscher über die Cloud eines chinesischen Herstellers an die Steuerung von rund einer Viertelmillion Solaranlagen in Deutschland mit zusammen etwa 7,8 Gigawatt Leistung. Spiegelsberger hat sich den Fall genau angesehen. Was ihn nach eigenen Worten am meisten schockiert hat: Für Administratorenrechte sei nicht einmal ein Passwort nötig gewesen.

Und Deutschland war längst nicht alles. Europaweit hätten nach Spiegelsbergers Angaben etwa 38 Gigawatt Peak-Leistung an diesem Hebel gehangen. Zum Zeitpunkt eines Screenshots flossen demnach rund 18 Gigawatt Solarstrom ins europäische Netz.

Warum 18 Gigawatt das Ende bedeuten würden

Die Rechnung ist brutal einfach. Spiegelsberger beziffert die Regelreserve, mit der das europäische Verbundnetz plötzliche Ausfälle abfangen kann, auf rund 3,45 Gigawatt. Fallen auf einen Schlag 18 Gigawatt weg, reicht dieses Polster nicht annähernd aus.

„18 Gigawatt bedeutet klack, es ist in komplett Europa dunkel.“ – Stefan Spiegelsberger

Das wäre kein Blackout wie jener in Spanien, bei dem von außen wieder Strom eingespeist werden konnte. Spiegelsberger hält in diesem Szenario einen Ausfall von zehn Tagen oder länger für denkbar. Hinzu kommt das eigentlich Teuflische daran:

  • Der Angreifer bleibt am Hebel. Während das Netz mühsam wieder hochgefahren wird, kann er die Anlagen erneut zuschalten.
  • Dann kippt das Netz in die Gegenrichtung: Plötzlich ist zu viel Strom im System, und es bricht wieder zusammen.
  • Das Spiel beginnt von vorn, so lange, bis die Steuerungsebene gesichert ist.
  • Zeitfenster: Laut Spiegelsberger entdeckte der Forscher die Lücke bereits Ende August. Ein krimineller Hacker hätte sie an den Meistbietenden verkaufen können.

Unsere Einschätzung: Hier zeigt sich, wohin eine Energiewende führt, die auf Masse statt Sicherheit setzt. Millionen dezentraler Anlagen hängen an wenigen Cloud-Plattformen, teils von Herstellern aus Staaten, die geopolitisch alles andere als neutral sind. Die Frage muss erlaubt sein, wer in Berlin und Brüssel eigentlich geprüft hat, an welchen Fäden unsere Stromversorgung heute hängt.

Gasspeicher bei 59 Prozent: Was „sehr ernst nehmen“ wirklich heißt

Beim Gas hat sich Spiegelsberger in diesem Jahr erneut Kritiker eingehandelt, die ihm Panikmache vorwerfen. Die Zahlen sprechen allerdings eine eigene Sprache. Im Februar sank der Füllstand der deutschen Speicher auf rund 20,4 Prozent. Nach Spiegelsbergers Darstellung fehlten nur noch etwa zwei Tage bis zur Schwelle, ab der es kritisch wird. Gerettet hat Deutschland ein Wetterumschwung um 20. Februar, als die Temperaturen von Minusgraden auf rund plus zehn Grad sprangen.

Das verschaffte zwei zusätzliche Monate zum Einspeichern. Genutzt wurden sie nach Spiegelsbergers Urteil nicht ausreichend. Seine Prognose vom Mai, das 80-Prozent-Ziel bis November sei kaum zu schaffen, hat sich bewahrheitet.

Die offizielle Lesart und ihre Lücke

Die Bundesnetzagentur meldete zum 7. Oktober einen Füllstand von 59,2 Prozent. Offiziell heißt es dazu sinngemäß, man nehme die Lage sehr ernst. Es sei nicht zwingend, dass die Füllstandsziele zum November erreicht würden, die Versorgungssicherheit sei aber gewährleistet.

Das ist eine Behauptung, keine Garantie. Spiegelsberger rechnet anders. Ihm zufolge wird Deutschland mit 15 bis 16 Prozentpunkten weniger in den Winter gehen als im Vorjahr, als es trotz Wetterglück auf rund 20 Prozent hinunterging. Läuft dieser Winter ähnlich ab, hält er eine Mangellage für wahrscheinlich. In seiner Hochrechnung landen die Speicher im ungünstigen Fall bei rund 4 bis 5 Prozent.

Die magische Zahl: 20 Prozent

Wer diesen Winter selbst mitverfolgen will, sollte sich eine Zahl merken: 20 Prozent Füllstand. Spiegelsberger erklärt, warum diese Schwelle so entscheidend ist:

  1. Der Druck in den Speichern sinkt, und damit sinkt auch die Menge, die pro Tag entnommen werden kann.
  2. Bei 20 Prozent lassen sich nach seinen Angaben nur noch rund 3.000 Gigawattstunden pro Tag ausspeichern.
  3. Der Spitzenverbrauch lag in diesem Jahr am 8. Januar bei etwa 3.500 Gigawattstunden.
  4. Die Folge: Ab 20 Prozent darf es praktisch nicht mehr richtig kalt werden. Sonst reicht das Gas nicht mehr für alle.

Entscheidend ist der Zeitpunkt. Wird die Marke im April erreicht, ist das verkraftbar. Wird sie bereits Ende Januar erreicht, liegen noch zwei Wintermonate vor uns, und dann sind Eingriffe nach Spiegelsbergers Einschätzung kaum zu vermeiden.

Brüssel holt das Drehbuch von 2022 hervor

Dass Spiegelsberger nicht allein mit seiner Sorge ist, zeigt ein Vorstoß aus Brüssel. Laut Euronews wirbt EU-Energiekommissar Dan Jørgensen dafür, den Gas- und Stromverbrauch mit den Instrumenten von 2022 zu senken. Spiegelsberger verweist auf ein Schreiben des Kommissars an die Energieminister vor deren Treffen in Irland. Darin gehe es um folgende Maßnahmen:

  • Maximal 19 Grad in öffentlichen Gebäuden
  • Abschalten von Warmwasser in öffentlichen Einrichtungen
  • Aussetzen der Mindesttemperatur in Mietwohnungen
  • Drosselung von Lastspitzen und „Licht aus“
  • Reicht das nicht, als nächste Stufe Abschaltungen von Unternehmen und möglicherweise auch Stromabschaltungen

Spiegelsberger skizziert, wie es bei einer echten Mangellage weitergehen könnte. Straßenlaternen und Schwimmbäder würden abgeschaltet. Wärmepumpen und Wallboxen könnten gedrosselt werden, etwa von 11 auf 4,2 Kilowatt Ladeleistung. Gasintensive Betriebe wie Glasbläsereien, die nicht zur kritischen Infrastruktur zählen, wären die ersten Kandidaten für Zwangspausen, womöglich über Wochen.

Wir erinnern uns an die Lehre aus der damaligen Debatte: Ein Betrieb geht dann angeblich nicht pleite, er hört nur auf zu produzieren. Was das für einen Mittelständler mit Lieferverträgen, Personal und Krediten bedeutet, kann sich jeder selbst ausmalen. Die Frage, die hinter all dem steht, lautet: Wie viel Kontrolle über den privaten Energieverbrauch ist der Staat bereit sich zu nehmen, wenn aus Empfehlungen erst einmal Pflichten geworden sind?

Diesel: Das unterschätzte Nadelöhr

Gas ist ein Winterproblem. Diesel dagegen braucht man im Sommer genauso wie im Winter. Darin liegt nach Spiegelsbergers Analyse die eigentliche Sprengkraft. Mit der blockierten Straße von Hormus und dem Drohnenangriff vom 11. September auf die saudische Ost-West-Pipeline zum Hafen Yanbu am Roten Meer ist ein erheblicher Teil der weltweiten Ölversorgung unter Druck geraten. Über diese Pipeline laufen nach Spiegelsbergers Angaben 4 bis 5 Prozent des Weltmarktes.

Besonders beunruhigend findet er, dass die Angreifer offenbar gezielt die schwer zugänglichen Pumpstationen im Gebirge getroffen haben. Er hält deshalb Insiderwissen für wahrscheinlich. Selbst nach einer Reparatur bleibe die Leitung ein verwundbares Ziel.

Reserven auf historischem Tiefstand

Die Notfallpolster, die solche Ausfälle abfedern sollen, sind dünn geworden. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) sind die staatlichen Ölvorräte der Industrieländer so niedrig wie seit 1990 nicht mehr. Die strategische Ölreserve der USA, die größte der Welt, lag im September mit rund 285 Millionen Barrel auf dem tiefsten Stand seit 1982. Das entspricht grob zwei Wochen US-Verbrauch.

Spiegelsberger zieht den Vergleich zum Kissengas in Gasspeichern. Ein gewisser Restbestand muss in den Salzkavernen verbleiben, damit diese nicht beschädigt werden und künftig unbrauchbar sind. Man kann also nicht beliebig viel ausgeben. Das Institut der deutschen Wirtschaft warnt inzwischen sogar, dass Diesel weltweit knapper werden könnte als Rohöl, und das, obwohl deutsche Raffinerien im ersten Halbjahr rund 9 Prozent mehr Diesel produziert haben.

Rohöl kann niemand tanken. Wer Raffinerien abschaltet, schafft sich sein eigenes Nadelöhr, und genau dort sitzen wir jetzt fest.

Vom Zapfhahn bis ins Butterregal

Spiegelsberger hält Dieselpreise von drei, vielleicht sogar vier Euro pro Liter für möglich. Die staatliche Entlastung von 17 Cent setzt er dabei bewusst in Anführungszeichen: Den Bürgern werde lediglich etwas weniger Geld weggenommen. Weil Lebensmittel, Kleidung und nahezu alle Waren per Lkw transportiert werden, schlagen höhere Dieselpreise direkt auf die Ladenregale durch. Erinnern Sie sich an 2022, als ein Stück Butter plötzlich fast vier Euro kostete?

Ein Blick nach Großbritannien zeigt, wohin die Reise gehen kann. Dort kostete Diesel Ende September über 1,99 Pfund pro Liter und damit so viel wie nie zuvor. Der britische Notfallplan sieht Höchstmengen pro Tankvorgang, Vorrang für Rettungsdienste und Tempobeschränkungen vor. Die Regierung bestreitet, dass entsprechende Schritte geplant seien. Die IEA hatte solche Maßnahmen allerdings bereits im März empfohlen.

Ein historischer Vergleich mahnt zur Vorsicht: Die Energiekrise der 1970er-Jahre zog sich über fast ein Jahrzehnt. Wer heute glaubt, das Problem sei nach einem Winter erledigt, könnte sich gewaltig täuschen.

KI-Rechenzentren: Der neue Stromfresser im löchrigen Netz

Als wären diese Baustellen nicht genug, drängt ein weiterer Großverbraucher ins Netz. In den USA konnte der größte Netzbetreiber PJM für 2028/29 rund 6,8 Gigawatt Kraftwerksleistung nicht absichern. Texas hat einen Baustopp für neue Rechenzentren verhängt. Deutschland will seine KI-Rechenleistung dennoch bis 2030 vervierfachen. Allein in Berlin wurden nach den im Gespräch genannten Zahlen rund 2.300 Megavoltampere Anschlussleistung angefragt, verfügbar sind gerade einmal 365.

Wie fragil die Lage schon heute ist, zeigt Sylt: Dort waren die Menschen kürzlich rund 15 Stunden ohne Strom. Spiegelsbergers Fazit lässt sich kaum widerlegen:

„Ein Rechenzentrum läuft nicht nur, wenn gerade die Sonne scheint oder der Wind weht, sondern 24 Stunden, 365 Tage im Jahr.“ – sinngemäß nach Stefan Spiegelsberger

Wer gleichzeitig grundlastfähige Kraftwerke abbaut und auf wetterabhängige Erzeugung setzt, verbaut sich diese Zukunft selbst. Dass inzwischen auch die Wall Street Anleger mit großen Versprechungen in genau diesen Sektor lockt, haben wir in unserem Beitrag KI-Betongold mit Rissen: Wall Street lockt Anleger in Rechenzentren ausführlich beleuchtet. Wer Substanz sucht, findet sie nicht in Serverhallen, die am Tropf eines überlasteten Netzes hängen.

Nord Stream, Washington und der Preis der Abhängigkeit

Bleibt die große Politik. Kremlchef Wladimir Putin hat erneut angeboten, einen unbeschädigten Strang von Nord Stream 2 zu öffnen. Er spricht von rund 27 Milliarden Kubikmetern pro Jahr, was etwa 300 Terawattstunden entspricht. Spiegelsberger hat nachgerechnet. Die gesamte deutsche Speicherkapazität beziffert er auf rund 247 Terawattstunden. Hätte man Ende September zugegriffen, lägen die Speicher seiner Rechnung zufolge am 1. Februar um etwa 38 Prozentpunkte höher.

Ein solcher Schritt hätte nach seiner Einschätzung folgende Wirkung:

  • Keine Gasmangellage, selbst in einem strengen Winter
  • Sinkende Gaspreise durch ein größeres Angebot
  • Günstigerer Strom, weil im Winter viel Gas verstromt wird
  • Entlastung im Supermarkt, denn billigere Energie verbilligt alles
  • Keine staatlichen Zwangsmaßnahmen gegen Haushalte und Betriebe

Wir sagen ausdrücklich nicht, dass man dieses Angebot unbesehen annehmen müsste. Die sicherheitspolitischen Fragen sind real. Aber man muss die Widersprüche benennen. Laut New York Times brachte Putin im September gegenüber den US-Unterhändlern Witkoff und Kushner den Verkauf des Auslandsgeschäfts von Lukoil für bis zu 20 Milliarden Dollar ins Spiel, verknüpft mit den Ukraine-Verhandlungen. Washington redet also mit Moskau über Öl. Europa verbietet sich unterdessen russisches Gas über Pipelines und importiert nach Spiegelsbergers Angaben weiterhin 8 bis 9 Prozent russisches Gas, allerdings als teureres LNG über Belgien.

Spiegelsberger kritisiert zudem, dass die EU auf Drängen von Donald Trump Dieselreserven freigegeben habe. Trump habe zuvor mit einem Stopp der US-Dieselexporte gedroht und später erklärt, das sei nicht ernst gemeint gewesen. Unsere Einschätzung: Europa hat sich von einer Abhängigkeit teilweise gelöst, nur um sich in die nächste zu begeben, und zwar zu deutlich höheren Kosten. Spiegelsberger selbst geht in seinem Urteil weiter. Er sieht in dieser Politik einen Weg, der den deutschen Mittelstand massiv schädigt. Ob man dieser Zuspitzung folgt oder nicht, eines ist nicht zu bestreiten: Die Rechnung zahlen Bürger und Betriebe.

Kriegstüchtig ohne Diesel?

Parallel soll Deutschland „kriegstüchtig“ werden, und die Bundeswehr soll bis 2035 samt Reserve auf 460.000 Soldaten wachsen. Spiegelsberger, selbst Reservist, verweist auf anhaltenden Munitionsmangel und Probleme bei der Personalgewinnung. Panzer, Lkw und Generatoren laufen mit Diesel, mit genau jenem Treibstoff, dessen Reserven gerade auf den Markt geworfen werden, um die Spritpreise zu drücken. Die Frage muss erlaubt sein, wie diese Rechnung in den Ministerien eigentlich aufgehen soll.

Wie sehr die Brüsseler Politik inzwischen an Glaubwürdigkeit einbüßt, zeigte jüngst auch eine Szene im Europaparlament, über die wir in Nackter Gold-Trump in Straßburg: EU-Parlament wird zur Satire-Bühne berichtet haben.

Was Sie jetzt konkret tun können

Spiegelsberger tritt nach eigener Aussage seit acht Jahren an, um einen Blackout zu verhindern. Er berät nach eigenen Angaben auch Bundestagsabgeordnete. Sein zweites Ziel ist es, möglichst viele Menschen vorzubereiten, falls die erste Mission scheitert. Für einen kleinen Haushalt mit einem Budget von 400 bis 500 Euro nennt er klare Prioritäten:

  1. Wasser: Der Mensch überlebt etwa drei Tage ohne Wasser, Kinder deutlich kürzer. Wer auf Wassersprudler setzt, steht ohne Leitungswasser schnell auf dem Trockenen.
  2. Licht: Ohne Strom, Straßenlaternen und Bildschirme wird es in der eigenen Wohnung schnell bedrückend. Taschenlampen und Batterien sind günstig und unverzichtbar.
  3. Ersatzwärme: Kleine Gasheizer mit Kartuschen kosten nach Spiegelsbergers Angaben derzeit 40 bis 50 Euro. Im Krisenjahr 2022 waren es zeitweise rund 250 Euro. Wer einen Gasgrill besitzt, kann zusätzliche Flaschen und einen passenden Heizaufsatz bereithalten.
  4. Lebensmittel: Nicht überlebenswichtig für ein paar Tage, aber, wie Spiegelsberger trocken bemerkt, man ist nicht man selbst, wenn man hungrig ist.

Die zweite Vorsorge: Ihr Vermögen

Vorräte schützen Ihren Haushalt durch den Winter. Was aber schützt Ihr Erspartes vor dem, was Energiekrisen zuverlässig nach sich ziehen, nämlich Teuerung und eine Politik, die neue Löcher mit neuen Schulden stopft? Steigende Energiepreise treiben die Inflation, und Inflation ist eine stille Enteignung der Sparer. Die Energiekrise der 1970er-Jahre war zugleich ein Jahrzehnt massiver Geldentwertung. Damals bewahrten jene ihre Kaufkraft, die auf physisches Gold gesetzt hatten statt auf Versprechen auf Papier.

Gold braucht kein Stromnetz, keine Cloud und kein Passwort. Es hat jede Papierwährung der Geschichte überdauert. Für den Vermögensschutz bieten sich vor allem diese Wege an:

Dass Gold auch auf Staatsebene wieder ernst genommen wird, zeigen die Debatten in Washington, über die wir in Gold-Strategin im US-Finanzministerium: Kommt die Gold-Anleihe? berichtet haben. Vertiefend dazu empfehlen wir den Beitrag Goldgedeckte US-Anleihen: Rückkehr zum Goldstandard?.

Kettner-Fazit: Vorbereitet sein ist kein Alarmismus

Ob dieser Winter mild wird oder hart, entscheidet am Ende das Wetter. Spiegelsberger verweist auf mögliche La-Niña-Einflüsse, die beides bringen könnten. Genau das ist der Punkt. Die Versorgungssicherheit eines Industrielandes hängt inzwischen an Temperaturkurven, feuchten Streichhölzern und der Gutmütigkeit eines Sicherheitsforschers. Das ist keine Strategie. Das ist Glücksspiel mit dem Wohlstand der Bürger.

Unsere Einschätzung: Wer sich auf die Zusicherung verlässt, die Versorgung sei „gewährleistet“, überlässt seine Sicherheit genau den Institutionen, die diese Lage mit herbeigeführt haben. Eigenverantwortung heißt, beides selbst in die Hand zu nehmen: den Vorrat im Keller und den Schutz des eigenen Vermögens. Das ganze Gespräch mit Stefan Spiegelsberger, mit vielen weiteren Details zu Netz, Gas und Diesel, finden Sie im eingebetteten Video.

„Wer es geschafft hat, sich vorzubereiten, ist einfach vorbereitet, es zu schaffen.“ – Stefan Spiegelsberger
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