Lungenentzündung-Umcodierung: Datenanalyst enthüllt Krankenhauspraxis
Es gibt Sätze, die bleiben hängen. Dieser gehört dazu: „Wer die Macht über die Vergangenheit hat, der hat auch die Macht über die Gegenwart und über die Zukunft.“ Gesagt hat ihn Tom Lausen, Datenanalyst, Programmierer seit fast vier Jahrzehnten und heute sachverständiges Mitglied in der Corona-Aufarbeitung. Seit 2020 wertet er Krankenhausdaten aus. Viele Menschen kennen ihn aus der Pandemiezeit. Im Gespräch mit Dominik Kettner und Philip Hopf geht es aber um weit mehr als um Corona. Es geht um die Frage, wer künftig bestimmt, was als wahr gilt, und was das für Ihr Geld, Ihre Daten und Ihre Freiheit bedeutet.
Wir haben uns die Thesen genau angesehen. Manche lassen sich belegen, manche sind Lausens persönliche Deutung, und manche sollten Sie selbst prüfen. Eines verbindet sie alle: Vertrauen in Institutionen ist kein Naturgesetz. Es muss verdient werden.
Wenn eine Diagnose plötzlich den Namen wechselt
Lausens schärfste These betrifft eine der ältesten Krankheiten der Medizin, die Lungenentzündung. In deutschen Kliniken gibt es nach seinen Angaben rund 40 verschiedene Codierungen für Pneumonien. Jede wird erfasst, jede wird abgerechnet. Seine Auswertung zeigt nach eigener Darstellung ein auffälliges Muster: Während der Lockdowns seien die klassischen Lungenentzündungen fast auf null gefallen, während die Covid-Pneumonie zugleich steil nach oben ging.
Lausen deutet das als „komplette Umcodierungsaktion“. Offiziell heißt es dagegen, Kontaktbeschränkungen, Masken und Abstand hätten andere Atemwegserreger tatsächlich zurückgedrängt. Beide Lesarten stehen im Raum. Welche den Daten besser gerecht wird, ist genau die Frage, die eine ehrliche Aufarbeitung beantworten müsste. Gestellt wird sie bisher aber vor allem von Kritikern.
Geld folgt dem Code
Warum ist diese Frage so brisant? Weil im Krankenhaus der Code über das Geld entscheidet. Und Geld floss in der Pandemie reichlich:
- Freihaltepauschalen für leer gehaltene Betten, unabhängig von der tatsächlichen Belegung
- Zuschläge für Intensivkapazitäten und Corona-Fälle
- Ausgleichszahlungen in Milliardenhöhe, deren Zielgenauigkeit der Bundesrechnungshof bereits 2021 deutlich kritisierte
- Die Maskenbeschaffung des Bundesgesundheitsministeriums, die Gerichte und Prüfer bis heute beschäftigt
Wer Anreize setzt, bekommt Verhalten. Das ist keine Verschwörungstheorie, das ist Grundkurs Ökonomie. Lausen schildert dazu eine Begegnung aus dem Thüringer Landtag. Ein Krankenhausleiter, der dort ebenfalls als Sachverständiger sitzt, habe ihm nach seiner Darstellung gesagt:
„Herr Lausen, ich weiß, dass wir nie überlastet waren. Wir haben aber noch nie so viel Geld verdient wie in der Zeit. Wir mussten unser Geld sogar verstecken in den Krankenhäusern.“
Das ist Lausens Wiedergabe eines Gesprächs, unabhängig überprüfen lässt sie sich nicht. Sie passt aber zu einem Befund, den niemand ernsthaft bestreitet: Die Krise war für manche Akteure ein Geschäft. Unsere Einschätzung: Solange die finanziellen Anreize der Pandemiejahre nicht vollständig offengelegt sind, bleibt jede offizielle Bilanz unvollständig.
Verschwundene Links, gekaufte Bücher
Der zweite Punkt wirkt auf den ersten Blick technisch, ist aber vielleicht noch grundsätzlicher. Unzählige Zeitungsartikel und sogar Gerichtsurteile stützten sich in der Pandemie auf Verweise zum Robert Koch-Institut oder zum Paul-Ehrlich-Institut. Wer diese Links heute anklickt, landet nach Lausens Erfahrung häufig im Leeren, weil beide Behörden ihre Webseiten umgebaut haben.
Technisch wäre es Standard gewesen, alte Adressen weiterzuleiten und Inhalte sauber zu archivieren. Für Lausen ist das „Geschichtsfälschung aus meiner Sicht“. Man muss nicht so weit gehen, um das Problem zu erkennen. Wenn die Belege einer öffentlichen Debatte nicht mehr auffindbar sind, wird die Debatte selbst nicht mehr nachprüfbar.
Dazu kommt eine Entwicklung, die US-Gerichtsunterlagen dokumentieren: KI-Konzerne haben Millionen gedruckter Bücher gekauft und eingescannt, um damit ihre Sprachmodelle zu trainieren. Was mit diesem Wissen geschieht, welche Filter darüber liegen und welche Antworten ein Chatbot am Ende ausgibt, entscheiden wenige Unternehmen. Lausen beobachtet nach eigener Aussage immer häufiger, dass Antworten kurz erscheinen und dann mit einem Hinweis wieder verschwinden.
Früher hieß es „Steht doch bei Google“. Heute heißt es „Frag mal die KI“. Die Frage, wer der KI sagt, was sie antworten darf, stellt kaum jemand.
Auch an den Finanzmärkten wird der KI-Rausch längst als neue Heilsgeschichte verkauft. Wie fragil die Versprechen dahinter sind, haben wir in unserem Beitrag KI-Betongold mit Rissen: Wall Street lockt Anleger in Rechenzentren beleuchtet.
Gemietete Fähigkeiten: Die stille Abhängigkeit
Dabei ist Lausen kein Technikfeind, im Gegenteil. Er programmiert nach eigenen Worten so schnell wie nie zuvor, seit er KI einsetzt. Kundenwünsche, für die er früher fünf Tage gebraucht hätte, erledigt die Maschine, während er Kaffee holt. Sein Grundsatz ist trotzdem glasklar:
„Die wichtigste Erkenntnis daraus ist: Miete nicht Fähigkeiten, die du selber hast und brauchen kannst.“
Wer seine eigenen Fähigkeiten an eine Maschine auslagert, lässt sie verkümmern. Wie ein Muskel, der nie bewegt wird. Und wer dann abhängig ist, zahlt jeden Preis, den der Anbieter morgen verlangt. Lausen illustriert das mit einer Anekdote, die zum Schmunzeln einlädt. Bei einer Verkehrskontrolle fragte er ChatGPT, wo in seinem alten Mercedes das Warndreieck liegt. Eine Viertelstunde später stand fest: Es war gar keins da. Kosten der Lektion: 15 Euro für ein neues Warndreieck.
Das Prinzip gilt auch für Ihr Vermögen
Der Gedanke lässt sich eins zu eins auf Geld übertragen. Wer sein Vermögen ausschließlich in Systemen hält, die er nicht kontrolliert, hat seine finanzielle Souveränität gemietet. Bankkonto, Zahlungsdienst, digitale Identität: Alles funktioniert, solange der Anbieter mitspielt. Physisches Gold dagegen braucht keinen Server, kein Passwort und keine Freigabe. Es ist das Gegenteil einer gemieteten Fähigkeit.
Energie: Ein Land schaltet sich ab
KI braucht vor allem eines: Strom, Strom und noch mal Strom. Genau hier zeigt sich, wie weit Deutschland den Anschluss verloren hat. Lausen verweist darauf, dass China den mit Abstand größten Zuwachs beim Strombedarf verzeichnet, während er in Deutschland zurückgeht. Für ihn ist das ein Spiegel der Produktivität.
Die Bilanz der deutschen Energiepolitik ist schnell gezogen:
- Die Nord-Stream-Leitungen wurden 2022 zerstört, günstiges Pipelinegas fiel weg.
- Die letzten Kernkraftwerke gingen im April 2023 vom Netz und werden zurückgebaut.
- Wind- und Solaranlagen liefern wetterabhängigen Strom, der oft nicht dort ankommt, wo er gebraucht wird.
- Der Netzausbau hinkt seit Jahren hinterher, die Kosten dafür landen bei Verbrauchern und Betrieben.
Bei den großen Sprachmodellen spielt Europa praktisch keine Rolle. Lausen nennt das französische Mistral, das er allenfalls im unteren Mittelfeld sieht. Nur in der Robotik, etwa bei Roboterhänden aus Deutschland, sieht er noch echte Stärken. Unsere Einschätzung: Ein Land, das seine Energiebasis demontiert, verspielt nicht nur die alte Industrie, sondern auch die neue.
Digitale ID, digitaler Euro, weniger Bargeld
Am deutlichsten wird es dort, wo es direkt an Ihr Portemonnaie geht. Lausen und Kettner zeichnen ein Bild, in dem viele Einzelentwicklungen zusammenlaufen. Die Fakten dazu sind öffentlich zugänglich:
- EU-Bargeldobergrenze: Ab Juli 2027 sind Barzahlungen über 10.000 Euro im gewerblichen Bereich EU-weit verboten.
- Digitale Brieftasche: Nach der eIDAS-2.0-Verordnung müssen alle Mitgliedstaaten ihren Bürgern bis Ende 2026 eine EU-Digital-Identity-Wallet anbieten.
- Schweiz: Die Eidgenossen stimmten im September 2025 mit knapp 50,4 Prozent für die staatliche E-ID.
- Österreich: Laut Lausen ist die ID Austria für bestimmte Behördenvorgänge faktisch kaum noch zu umgehen.
- Niederlande: Lausen berichtet von Geschäften, die große Scheine meiden, und von Gebühren bei der Einzahlung.
Mit Karsten Wildberger, dem früheren Chef der MediaMarktSaturn-Mutter Ceconomy, hat Deutschland zudem erstmals einen eigenen Digitalminister, der die Digitalisierung der Verwaltung vorantreiben soll. Offiziell heißt es: mehr Komfort, weniger Bürokratie. Doch Komfort ist ein schwaches Argument, wenn am Ende alle persönlichen Daten an einer Stelle zusammenlaufen. Kettner bringt es im Gespräch auf den Punkt: Unternehmer werden mit der DSGVO an die Kette gelegt, während der Staat zentral sammelt, was er im Ernstfall gegen Hackerangriffe nicht einmal zuverlässig schützen kann.
Programmierbar oder nicht?
Beim digitalen Euro lohnt der Blick ins Original. Im Verordnungsentwurf erlaubt Artikel 24 Absatz 1 sogenannte bedingte Zahlungen, die automatisch ausgelöst werden, sobald festgelegte Bedingungen erfüllt sind. Absatz 2 erklärt den digitalen Euro zugleich für „nicht programmierbar“, die Standards setzt die EZB. Hinzu kommen Haltegrenzen pro Bürger, keine Verzinsung und eine Infrastruktur in der Hand der Notenbank.
Die Technik schafft die Möglichkeit zur Steuerung. Wie weit sie genutzt wird, entscheidet die Politik von morgen, nicht das Versprechen von heute.
Lausen beschreibt die Methode dahinter mit drastischen Worten: Man werde nicht gezwungen, sondern geschubst. Erst ein bisschen Bequemlichkeit, dann ein paar Gebühren, dann eine Behörde, die nur noch digital erreichbar ist. Formal freiwillig, praktisch alternativlos. Wie weit sich Brüssel dabei von den Bürgern entfernt hat, zeigt auch die jüngste Posse um den nackten Gold-Trump im EU-Parlament in Straßburg.
Aufarbeitung oder Schlussstrich?
Lausen sitzt als sachverständiges Mitglied in der Enquete-Kommission des Bundestages zur Corona-Aufarbeitung, die noch mindestens ein Jahr arbeiten soll. Laut Lausen umfasst der Auftrag 43 Fragen zur Vergangenheit und 29 Fragen zu Empfehlungen für die Zukunft. Der Schwerpunkt liegt also eindeutig auf dem, was passiert ist.
Genau das werde aber nach seiner Darstellung immer wieder ausgebremst. Mehrheiten in der Kommission drängten auf den Blick nach vorn. Zudem gebe es nicht öffentliche Arbeitsgruppen, deren Gespräche mit hochkarätigen Gästen nicht im Wortlaut protokolliert würden. Kritische Passagen fänden so keinen Weg in die Akten. Die Frage muss erlaubt sein, ob eine Kommission, die vor allem in die Zukunft schauen will, ihren Auftrag überhaupt erfüllt.
Aus diesem Grund hat Lausen gemeinsam mit seiner Frau das Buch „5 Minuten gegen die Macht“ geschrieben. Es soll festhalten, was sonst womöglich nirgends dokumentiert wird. Die ersten Zeilen sind an seinen Sohn gerichtet:
„Mein Sohn, ich wünsche mir sehr, dass du dieses Buch in einer Zukunft liest, in der es nicht verboten ist, dieses Buch zu besitzen.“
Man mag Lausens Schlussfolgerungen teilen oder nicht. Bemerkenswert ist, dass ein Mitglied einer offiziellen Kommission es für nötig hält, das Gesagte auf Papier und im Bücherregal zu sichern. Ein gedrucktes Buch lässt sich nicht per Update ändern.
Was niemand aus Ihrer Hand löschen kann
Genau hier schließt sich der Kreis zu Edelmetallen. Ein Buch im Regal ist die analoge Antwort auf digitales Vergessen. Physisches Gold ist die analoge Antwort auf digitales Geld. Beides funktioniert ohne Server, ohne Filter und ohne Erlaubnis von oben.
Gold hat jede Papierwährung der Geschichte überlebt. Es kennt keine Haltegrenze, keine bedingte Zahlung und keine Webseite, die über Nacht umgebaut wird. Wer sich gegen die Risiken der kommenden Jahre absichern will, findet bei uns die gesamte Bandbreite:
- Klassische Anlagemünzen: Der kanadische Maple Leaf in Gold, der europäische Klassiker Wiener Philharmoniker in Gold oder der legendäre 1 Unze Gold Krügerrand 2026
- Weltweit bekannte Motive: der australische Känguru in Gold, der American Eagle in Gold, die britische Britannia in Gold sowie China Panda Gold und die beliebten Lunar-Goldmünzen
- Historisches Gold: das Schweizer Vreneli 10 Franken und das Vreneli 20 Franken, gefragt als Tauschmittel in kleiner Stückelung
- Für den Einstieg: der 0,1 g Goldbarren von Heimerle und Meule oder der 1 g Malta Münzbarren
Einen vollständigen Überblick finden Sie in unseren Kategorien Goldmünzen und Goldbarren. Kleine Stückelungen haben dabei einen oft unterschätzten Vorteil: Sie lassen sich flexibel einsetzen, gerade in einer Welt, in der Bargeldgrenzen enger werden.
Selbst Washington denkt wieder an Gold
Bemerkenswert ist, dass das Edelmetall auch in den Machtzentralen wieder an Bedeutung gewinnt. Mit einer Gold-Strategin im US-Finanzministerium wird offen über eine Gold-Anleihe spekuliert. Was das für das Geldsystem bedeuten könnte, haben wir im Beitrag Goldgedeckte US-Anleihen: Rückkehr zum Goldstandard? ausführlich besprochen. Unsere Einschätzung: Wenn selbst Staaten wieder Vertrauen in Gold suchen, sollte der einzelne Bürger erst recht darüber nachdenken.
Die Kettner-Einordnung: Wahrheit braucht Beweise im Regal
Was bleibt nach diesem Gespräch? Nicht jede These von Tom Lausen lässt sich heute abschließend belegen, und er selbst trennt in vielen Punkten zwischen Datenbefund und persönlicher Deutung. Doch das Muster, das er beschreibt, ist kaum zu übersehen:
- Krisen erzeugen Geldströme, und Geldströme erzeugen Interessen.
- Digitale Quellen sind flüchtig, wer sie kontrolliert, kontrolliert die Erinnerung.
- Bequemlichkeit ist der Hebel, über den Kontrolle eingeführt wird.
- Aufarbeitung findet nicht von selbst statt, sie muss eingefordert werden.
Unsere klare Position: Ein Staat, der seine eigenen Krisenentscheidungen nicht vollständig offenlegt, gleichzeitig aber den gläsernen Bürger vorantreibt, verspielt Vertrauen. Die Antwort darauf ist nicht Resignation, sondern Eigenverantwortung. Bewahren Sie Wissen dort auf, wo es niemand löschen kann. Und bewahren Sie einen Teil Ihres Vermögens dort auf, wo kein Algorithmus mitentscheidet: in Ihrer eigenen Hand, in Form von physischem Gold und Silber.
Das vollständige Gespräch zwischen Tom Lausen, Dominik Kettner und Philip Hopf geht noch weit tiefer, von Robotern in der Pflege über Drohnenkriege bis zur Frage, wie man Kindern heute noch die Funktion von Geld erklärt. Schauen Sie es sich an und bilden Sie sich Ihr eigenes Urteil. Genau das ist der Kern von Freiheit.
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