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Bundesbank-Chef: Warum Gold kein Emittentenrisiko hat

10.10.2026VideoKettner EdelmetalleTexto complementario generado por IA

Es gibt Sätze, die man von einem Bundesbankpräsidenten nicht erwartet. Einer davon lautet sinngemäß: Gold hängt nicht davon ab, ob ein Emittent zahlt. Genau das sagte Joachim Nagel, der wichtigste Notenbanker Deutschlands, am 5. Oktober 2026 im süditalienischen Sorrent vor dem Londoner Edelmetallverband LBMA. Er warb öffentlich für Gold. Kaum jemand hat es bemerkt.

Dabei steckt in dieser Rede weit mehr als eine höfliche Verbeugung vor dem Publikum einer Edelmetallkonferenz. Sie enthält das Eingeständnis eines Systems, dass seine eigenen Versprechen an Gewicht verlieren. Wer genau hinhört, erkennt außerdem, warum dieselbe Logik, die Notenbanken heute zum Gold treibt, auch für dein Erspartes gilt.

Ein Notenbanker, ein Dichter und ein sehr altes Metall

Nagel begann nicht mit Zinsen, Bilanzen oder Inflationszielen. Er begann mit Torquato Tasso, dem italienischen Dichter des 16. Jahrhunderts, der ausgerechnet in Sorrent geboren wurde. Tasso schrieb über eine Welt voller Konflikte, Machtgerangel und wechselnder Loyalitäten. Nagel fragte sein Publikum sinngemäß, ob einem das nicht bekannt vorkomme.

Eine rhetorische Frage, gewiss. Aber eine, die aufhorchen lässt. Wenn der Chef der Deutschen Bundesbank die geopolitische Lage mit einem Epos über Krieg und Verrat vergleicht und im nächsten Atemzug auf die Rolle von Gold in unsicheren Zeiten verweist, dann ist das keine Folklore. Es ist eine Lagebeschreibung.

„Dass wir solche Worte aus dem Mund des Bundesbankpräsidenten hören, sollte uns nachdenklich stimmen.“ – Dominik Kettner

Die Bundesbank hat die Rede anschließend selbst als Text veröffentlicht. Wer das Original liest, findet darin bemerkenswerte Details, vor allem in den Fußnoten. Doch dazu gleich mehr.

Niemandes Versprechen: Der Kern der Rede

Das erste Merkmal von Gold, das Nagel hervorhob, ist zugleich das wichtigste: Physisches Gold hat kein Emittentenrisiko. Es gibt keinen Herausgeber, der zahlen muss, keinen Schuldner, der ausfallen kann, keine Gegenpartei, deren Bonität darüber entscheidet, was dein Vermögen morgen wert ist.

Man muss sich die Tragweite dieser Aussage klarmachen. Fast alles, was im heutigen Finanzsystem als „Geld“ oder „sichere Anlage“ gilt, ist ein Versprechen eines Dritten:

  • Staatsanleihen sind das Versprechen eines Staates, Zins und Tilgung zu leisten, finanziert aus künftigen Steuern oder neuen Schulden.
  • Das Guthaben auf deinem Bankkonto ist rechtlich eine Forderung gegenüber deiner Bank, nicht etwa Geld in einem Tresor.
  • Goldzertifikate sind am Ende Schuldverschreibungen. Fällt der Emittent aus, hilft dir der Goldpreis wenig.
  • Der geplante digitale Euro wäre laut EZB eine Forderung gegenüber der Notenbank, mit Haltegrenzen und ohne Verzinsung.

Physisches Gold dagegen, das du in der Hand hältst, ist niemandes Versprechen. Ob kleine Stückelungen wie der 0,1g Goldbarren von Heimerle und Meule oder größere Goldbarren: Das Metall gehört dir und sonst niemandem.

„Jede Staatsanleihe und jeder Euro auf deinem Konto ist am Ende ein fremdes Versprechen – und das weiß nun mal auch der Bundesbankpräsident.“ – Dominik Kettner

Über Jahrzehnte galt diese Eigenschaft in Notenbankkreisen als altmodisch. Wozu ein Metall horten, das keine Zinsen abwirft, wenn man doch verzinste Staatspapiere halten kann? Genau diese Frage hat sich inzwischen umgedreht.

Vom Anker zum „barbarischen Relikt“ – und zurück

Ein Blick in die Geschichte zeigt, wie radikal sich die Rolle des Goldes in den Reserven der Zentralbanken gewandelt hat.

Drei Zahlen, die eine Epoche erzählen

  1. 1950: Gold war der Anker des Weltwährungssystems und machte fast 70 Prozent aller Notenbankreserven aus.
  2. 2009: Nach Jahrzehnten des ungedeckten Geldes war der Anteil auf rund 10 Prozent gefallen.
  3. Heute: Seit 2023 ist der Goldanteil wieder auf fast 25 Prozent gesprungen.

Allein dieser historische Vergleich zeigt, welches Gewicht Gold in den Reserven einmal hatte. Von den 70 Prozent der Nachkriegszeit sind die Notenbanken heute noch weit entfernt. Unsere Einschätzung: Wer verstehen will, wohin sich die Reservepolitik entwickeln könnte, sollte diese Lücke im Blick behalten.

Zwei Fußnoten, fünfundzwanzig Jahre Wende

Besonders aufschlussreich ist die schriftliche Fassung der Rede. In einer Fußnote verweist die Bundesbank auf eine Studie aus dem Jahr 1998 über Aufstieg und Fall eines „barbarischen Relikts“. Der Begriff geht auf John Maynard Keynes zurück, der den Goldstandard in den 1920er-Jahren so bezeichnete. Er wurde zum Kampfwort aller, die das Papiergeldsystem für den Gipfel monetärer Vernunft hielten.

Sieben Fußnoten später zitiert dieselbe Rede eine Studie aus dem Jahr 2023, die fragt, ob Gold kein barbarisches Relikt mehr sei. Zwischen diesen beiden Quellen liegt eine Wende. Und einen Teil davon haben die Notenbanken selbst ausgelöst.

Nagel räumte das in Sorrent bemerkenswert offen ein: Lockere Geldpolitik und Anleihekaufprogramme hätten die Zinsen gedrückt und Staatsanleihen weniger attraktiv gemacht. Mit anderen Worten: Die Politik des billigen Geldes hat das Vertrauen in genau jene Papiere untergraben, die Gold einst verdrängen sollten.

Die Bilanz der Bundesbank spricht eine deutliche Sprache

Wer wissen will, was diese Politik gekostet hat, muss keine Theorie bemühen. Ein Blick in die Bilanz der Bundesbank genügt. Die Zahlen sind öffentlich, und sie sind ernüchternd:

  • Für das Jahr 2025 wies die Bundesbank einen Fehlbetrag von 8,6 Milliarden Euro aus.
  • Der aufgelaufene Bilanzverlust summiert sich inzwischen auf 27,8 Milliarden Euro.
  • Die Bewertungsreserve auf die Goldbestände liegt dagegen bei rund 387 Milliarden Euro.

Nach unserer Lesart ist das die Rechnung für ein Jahrzehnt der Anleihekäufe und Niedrigzinsen. Die gekauften Papiere wurden zur Last, als die Zinsen stiegen. Das Gold, über Jahrzehnte als totes Kapital belächelt, hat die Bilanz durch diese Phase getragen.

„Die Anleihen haben also Geld gekostet. Das Gold hat die Bilanz durch diese schwere Zeit getragen.“ – Dominik Kettner

Man stelle sich vor, ein Privatanleger hätte seine Ersparnisse ausschließlich in jene Papiere gesteckt, die die Notenbank selbst in Milliardenverluste getrieben haben. Der Gedanke ist unbequem. Aber er ist notwendig.

Sanktionen auf Knopfdruck: Warum Lagerort plötzlich zählt

Danach sprach Deutschlands oberster Währungshüter über ein Thema, das in der Notenbankwelt seit Jahren hinter vorgehaltener Hand diskutiert wird: Macht und Sanktionen. Finanzsanktionen haben die Goldkäufe vieler Zentralbanken nach Nagels Darstellung offenbar zusätzlich angekurbelt.

Der Grund ist simpel. Ausländische Wertpapiere und Einlagen lassen sich einfrieren, praktisch auf Knopfdruck. Nagel sagte sinngemäß, bei physischem Gold, das im Inland gehalten werde, drohe dieses Risiko nicht. Ein bemerkenswerter Satz. Denn er beschreibt nichts anderes als den Unterschied zwischen Besitz und Anspruch.

Der Goldwürfel unter Manhattan

Hier wird es pikant. Von den rund 3.350 Tonnen deutschen Goldes lagern nach wie vor rund 1.236 Tonnen bei der Federal Reserve in New York. Zur Veranschaulichung: Das entspräche einem Würfel aus purem Gold mit einer Kantenlänge von etwa vier Metern, beim aktuellen Preis im Wert von rund 146 Milliarden Euro.

Nach Nagels eigener Logik fehlt genau diesem Gold der Schutz vor dem Einfrieren. Es liegt eben nicht im Inland. Auf Forderungen, es heimzuholen, verwies der Bundesbankpräsident dennoch auf sein Vertrauen in die amerikanische Notenbank.

Vertrauen statt Heimholung?

Die Frage muss erlaubt sein, wie das zusammenpasst. Auf der einen Seite die Erkenntnis, dass im Ausland gehaltene Vermögenswerte politischem Zugriff ausgesetzt sein können. Auf der anderen Seite der Verweis auf Vertrauen, ausgerechnet in einer Welt, die Nagel selbst mit Tassos Epos über wechselnde Loyalitäten vergleicht.

Gerade die Debatten in Washington zeigen, wie beweglich die Lage ist. Über Pläne, das Gold wieder stärker ins Zentrum der US-Finanzpolitik zu rücken, haben wir zuletzt ausführlich berichtet: etwa über die Gold-Strategin im US-Finanzministerium und die mögliche Gold-Anleihe sowie in unserem Beitrag zu goldgedeckten US-Anleihen und einer möglichen Rückkehr zum Goldstandard. Wenn die USA selbst das Gold neu bewerten, wird die Frage nach dem Lagerort deutscher Reserven nicht kleiner.

Digitaler Euro: Dasselbe Risiko, nur in deiner Geldbörse

Was für Notenbanken gilt, gilt im Kleinen für jeden Bürger. Beim geplanten digitalen Euro müsstest du genau jenes Vertrauen aufbringen, das Nagel gegenüber der Fed beschwört, nur eben gegenüber der Europäischen Zentralbank.

Laut EZB wäre dein Guthaben eine Forderung gegenüber der Notenbank. Dazu kommen:

  • Haltegrenzen je Bürger, die festlegen, wie viel du überhaupt besitzen darfst,
  • keine Verzinsung, während die Inflation weiter an der Kaufkraft nagt,
  • eine Infrastruktur in der Hand der Notenbank,
  • und laut Verordnungsentwurf, Art. 24 Abs. 1, die Möglichkeit „bedingter Zahlungen“, die automatisch auslösen, sobald festgelegte Bedingungen erfüllt sind.

Offiziell heißt es zwar in Abs. 2 desselben Artikels, der digitale Euro sei „nicht programmierbar“. Die Standards dafür setzt allerdings die EZB selbst. Unsere Einschätzung: Die Technik schafft die Möglichkeit zur Steuerung. Wie weit sie genutzt wird, entscheidet die Politik von morgen, nicht das Versprechen von heute. Wer ein solches System kontrolliert, kann nach unserer Auffassung grundsätzlich auch Guthaben einfrieren, genau jenes Risiko, vor dem sich die Notenbanken mit Gold im Inland schützen.

Dass Gold in Brüssel und Straßburg ein emotionales Thema bleibt, zeigte sich übrigens erst kürzlich auf ganz andere Weise, als ein nackter Gold-Trump das EU-Parlament zur Satire-Bühne machte.

Das Schweigen des Währungshüters

Nagel räumte in Sorrent ein, dass Staatsanleihen inzwischen wieder mehr Zinsen abwerfen. Gleichzeitig verwies er auf das Kreditrisiko wachsender Schulden. Sein Fazit: Es spreche weiterhin viel für mehr Gold in den Reserven.

Den Sprung des Goldanteils auf fast 25 Prozent erklärte er vor allem mit dem Preisanstieg. Eine Unze kostet heute knapp 3.700 Euro. Doch ein Preis steigt nicht von allein. Er steigt, weil jemand kauft, und nicht, weil alle verkaufen.

Eine Frage ließ der Bundesbankpräsident offen: ob die Bundesbank selbst zukauft. Laut Bloomberg hielt Deutschland seinen Bestand weitgehend konstant, während andere Notenbanken kräftig zukauften.

Unsere Einschätzung: Wer als Währungshüter demonstrativ Gold kauft, sendet ein Signal gegen das eigene Papiergeld – jenes Geld, dem wir alle vertrauen sollen.

Wir halten es für wahrscheinlich, dass genau darin der Grund für die Zurückhaltung liegt. Ein Notenbanker, der öffentlich die Vorzüge des Goldes preist und es gleichzeitig massiv kauft, würde das Vertrauen in den Euro offen infrage stellen. Also lobt man das Metall, verweist auf den Preisanstieg und schweigt zum Rest.

Tassos goldene Scharniere

Zum Schluss kehrte Nagel zu Tasso zurück, zu einem Palast mit silbernen Toren an goldenen Scharnieren. Gold sei mehr als nur ein Material, sagte er sinngemäß, seine Bedeutung hänge davon ab, was die Menschen daraus machen.

Treffende, fast philosophische Worte. Respekt dafür. Doch was man aus Gold macht, haben die Notenbanken längst entschieden: In den 25 Jahren zwischen den beiden zitierten Studien wurde aus dem „barbarischen Relikt“ wieder ein Reservewert, für den sogar der Bundesbankpräsident wirbt.

Das Notenbankprinzip: Die Zentralbank in deiner Hosentasche

Was heißt das alles für dich? Die Antwort ist überraschend einfach. Wenn die Institution, die über den Wert deines Geldes wacht, sich selbst mit Gold absichert, dann darfst du dieselbe Logik auf dein Erspartes anwenden.

„Ich nenne sie das Notenbankprinzip – oder die Zentralbank in deiner Hosentasche.“ – Dominik Kettner

Das Prinzip lässt sich in drei Schritten zusammenfassen:

  1. Kein Emittentenrisiko: Halte einen Teil deines Vermögens in physischem Gold, das von keinem Herausgeber abhängt. Klassische Anlagemünzen wie der 1 Unze Gold Krügerrand 2026, der Maple Leaf oder der Wiener Philharmoniker sind weltweit bekannt und liquide.
  2. Zugriff im Inland: Besitze Gold, auf das du selbst zugreifen kannst. In Deutschland sind Gewinne aus physischem Gold nach einer Haltefrist von einem Jahr zudem steuerfrei, und Anlagegold ist von der Mehrwertsteuer befreit.
  3. Fester Anteil statt Alles-auf-eine-Karte: Mach Gold zu einem festen Baustein deines Vermögens, so wie Notenbanken es mit ihren Reserven tun.

Stückelung ist Freiheit

Gerade für den Ernstfall lohnt es sich, auch an kleinere Einheiten zu denken. Eine 1g Gold Maple Leaf oder historische Münzen wie das Vreneli 10 Franken und das Vreneli 20 Franken erlauben es, Werte flexibel einzusetzen, ohne gleich eine ganze Unze bewegen zu müssen.

Wer Vielfalt schätzt, findet in unserem Sortiment an Goldmünzen zahlreiche Klassiker: vom australischen Känguru und der beliebten Lunar-Serie über den American Eagle und die britische Britannia bis zum China Panda.

Die stille Enteignung in Zahlen

Warum das alles drängt, zeigt ein nüchterner Vergleich:

  • Kerninflation im Euroraum: rund 3,8 Prozent
  • EZB-Einlagesatz: rund 2,5 Prozent
  • Hauptrefinanzierungssatz: rund 2,65 Prozent

Selbst wer für sein Erspartes den vollen Leitzins erhält, verliert damit real an Kaufkraft, Tag für Tag. Und das ist nur die Kerninflation, also die Rate ohne die besonders schwankenden Preise für Energie und Lebensmittel, die im Alltag oft am stärksten zu spüren sind. Inflation ist und bleibt eine stille Enteignung der Sparer.

Wer stattdessen auf vermeintlich moderne Sachwerte ausweicht, sollte genau hinsehen. Wie schnell glänzende Versprechen Risse bekommen können, zeigt unsere Analyse zum KI-Betongold, mit dem die Wall Street Anleger in Rechenzentren lockt.

Unsere Einordnung: Hör auf das, was sie tun

Die Rede von Sorrent ist ein seltenes Dokument. Ein Bundesbankpräsident bestätigt öffentlich, was Edelmetallanleger seit Jahren sagen: Gold hat kein Emittentenrisiko, es lässt sich im Inland gehalten nicht einfrieren, und angesichts wachsender Staatsschulden spricht viel für mehr Gold in den Reserven.

Gleichzeitig zeigt die Rede die Widersprüche eines Systems, das seine eigenen Erkenntnisse nur halb ernst nimmt. Ein Drittel der deutschen Goldreserven liegt weiterhin in New York. Ob die Bundesbank zukauft, bleibt offen. Und mit dem digitalen Euro soll den Bürgern ein Geld angeboten werden, das genau jene Eigenschaften hätte, vor denen sich Notenbanken mit Gold schützen.

Unsere Einschätzung ist klar: Notenbanker reden vorsichtig, aber sie handeln konsequent. Wenn die Hüter des Papiergeldes Gold als Fundament ihrer Bilanzen betrachten, dann ist das die vielleicht ehrlichste Botschaft, die du aus dieser Rede mitnehmen kannst. Verlass dich nicht auf fremde Versprechen. Verlass dich auf das, was dir gehört.

Wie du dein Vermögen konkret gegen die Risiken des digitalen Euro absicherst, besprechen wir im kostenlosen Live-Webinar am 21. Oktober ab 19 Uhr mit hochkarätigen Gästen, darunter Ernst Wolff, Tom-Oliver Regenauer, Prof. Dr. Richard Werner und Dieter Bohlen. Und wer die ganze Geschichte hinter Nagels bemerkenswertem Gold-Lob sehen will, sollte sich das Video oben nicht entgehen lassen.

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